Glossar

Da es im CustomPainting nur wenige einheitliche Definitionen der Begriffe gibt, habe ich mir die Freiheit genommen, einige selbst bzw neu zu beschreiben.

Delfin-Style ; ein von mir geprägter Begriff für die Zusammenfassung der „kitschigen“ (sorry, ist nicht abwertend gemeint) Motive. Delfine und andere Meeressäuger.

Candylacke; auch Candy Apple, auf einen silbernen Basislack wird eine transparente farbige Lasur aufgetragen und anschließend mit mehreren Schichten Klarlack versehen, wodurch eine effektvolle Tiefenwirkung erreicht wird.

Chicano-Style / Lowrider-Style ; Chicanos, die in den USA lebenden Mexikaner und ihre Nachfahren, prägten mit ihren Lowridern einen ganz eigenen Stil. Ihre Motive haben oft einen religiösen Hintergrund, enthalten aber auch Elemente der mittelamerikanischen Indianer, oder erzählen vom Leben der Gangster. Den Rahmen bilden sogenannte Panels, bzw Flächen die den Fahrzeugkonturen folgen, teilweise mehrfach überlappend und mit feinen Rändern abgegrenzt. Zu finden sind auch raffinierte Kombinationen mit Pinstripes. Die Flächen sind oft mit Mustern gefüllt z.B.:

  • florale Motive, wo z.B. Spitzenstoff, über die Fläche gespannt, als Schablone benutzt wird.
  • Schuppen bzw Schlangenhaut-artig
  • Streifen
  • marmoriert
  • Glitter, bzw Glitzer / Metalflakes

Effektlacke (Metallic-Effekte, Pearl-Effekte) ; durch Zusätze von feinsten Perlmutt- oder Metall-Pigmenten erhalten diese Lacke nach der Versiegelung mit Klarlack eine effektvolle Tiefenwirkung. Bei den FlipFlop-Lacken werden je nach Lichteinfall verschiedene Farbeffekte erzielt. Diese Effektlacke sind recht teuer und sollten nur nach den Herstellervorgaben aufgetragen werden. Heute bieten zahlreiche Hersteller die unterschiedlichsten  Effektlacke, mit diversen Bezeichnungen an.

Flakes ;  auch Metalflakes, Glitter, bzw Glitzer /, meist als Polyester-Pigmente-Zusatz; beliebt in der CustomSzene der 70er und 80er Jahre, als grobe Pigmente bis zu 1mm. Verarbeitet werden sie in der Regel als Klarlack-Zusatz.

Flame-Jobs ; Zusammenfassung jeglicher Art von Flammen-Designs

Lettering ; (von engl. letter: Buchstabe) bedeutet im CustomPainting das Darstellen von Schriftzügen, Namen, Slogans, Firmennamen usw. Technisch umgesetzt wird es in der Regel mit Pinsel und Linierfarbe oder Airbrush-Schablonen. Meist werden traditionelle Schrifttypen verwendet, der Fantasie sind hier jedoch keine Grenzen gesetzt.

Linierfarbe ; spezieller Lack für Pinstriping, Konturen und Lettering auf Emaille-Acryl–Basis. Die Farbe ist mit Terpentinersatz verdünnbar. Keine Versiegelung mit 2K Klarlack, kann direkt auf glänzenden Lacken aufgetragen werden, diese müssen jedoch absolut sauber sein, ggf vorher mit Silikonentferner reinigen. Farbauftrag nur mit Pinsel oder Liniergerät. Spritzen mit Airbrush ist nur verdünnt möglich und nach meiner Erfahrung nicht optimal, ggf selbst testen und einem geeigneten Härter zugeben.

Liniergerät ; Spezialgerät zum händischen Ziehen von Konturen und Linien. Die in einen kleinen Behälter gefüllte Linierfarbe, wird über ein Rädchen präzise auf den Untergrund aufgebracht. Verschiedene Aufsätzen ermöglichen unterschiedliche Strichbreiten, 0.4 mm (1/64″) bis 12.7 mm (1/2″) z.B. von Beugler.

Nitrozelluloselack ; einer der frühesten Lacke in der Automobilproduktion (Anfang der 1920er), Hoher Anteil von Nitroverdünnung! Erneutes Überlackieren einer ausgehärteten Schicht mit Nitrozelluloselack ist ggf problematisch, da die untere Schicht angelöst wird.

Nose-art ; bezeichnet die Bemalungen der Kampfflugzeuge an den Seiten der Rumpfnase, wie sie bereits seit dem 1. Weltkrieg bekannt sind und ihre Blütezeit im 2. Weltkrieg hatten. Oft als provokative Motive, waren hier sehr beliebt: Pinups, Comic-Figuren, Haifischzähne, Abschusslisten in Form von gegnerischen Flaggen und der Name des Flugzeugs.  Meist noch mit einem markigen Slogan versehen, wollten die Flieger hier dem Tod trotzen und ihre Entschlossenheit zeigen. Heute sind Nose-arts und ähnliche Motive in der Hotrod-Szene zu finden.

Outlines ; Konturen, Konturlinien beispielsweise um Buchstaben oder Flammendesigns

Pinstriping ; das Pinstriping kam gegen Ende der 1940er in der gerade entstandenen HotRod-Szene auf. Ein klassisches Pinstripe besteht meist aus symmetrischen, dünnen Pinselstrichen, die ein ornamentales Motiv aus parallelen Bögen und sich überschneidenden Linien bilden.

Pinups ; traditionelle Darstellung schöner Damen in aufreizenden oder frechen Posen, meist in Stil der 50er Jahre. Pinups gehen zurück auf die ersten dekorativen Bemalungen der Flugzeuge, vorwiegend im 2. Weltkrieg, den sogenannten Nose-arts.

Scallops ; sehr traditionelles, schlichtes Lackdesign aus nach hinten laufenden Spitzen. Oft auch als Übergang einer zweifarbigen Lackierung. Ihren Ursprung  haben die Scallops in den 50er Jahren.

Schwertschlepper / Schlepppinsel ; (auch Linierpinsel oder einfach Schlepper), ein Pinsel mit langen bis sehr langen Haaren und einem meist kurzen Griff, der die Aufnahme von sehr viel Farbe ermöglicht. Dadurch können sehr lange Linien ohne Absetzen gezogen werden. Bis zu einem gewissen Maße wird die natürliche Unruhe der Hand ausgeglichen, wodurch sehr saubere Linien bzw Konturen machbar sind.

Skull and Bones ; Ich glaube, nichts wurde im CustomPainting so oft auf Lack gebracht wie Totenköpfe. Daher zusammengefasst, in all ihren Variationen. Schädel, Skelette, Sensemänner und und und…

Tribals ; dekorative Ornamente in unterschiedlichsten Anordnungen, oft symmetrisch. In der Regel ohne Symbolik, mitunter angelehnt an die Volkskunst verschiedener alter Kulturen, beinhaltet Elemente aus indianischer Kunst, asiatischen Schriftzeichen, keltische Ornamente, Runen. Teilweise werden auch Motive wie Drachen oder Schädel mit Tribals dargestellt.

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